Lehre

Lehrveranstaltung an der Freien Universität Berlin im Sommersemester:

Schrift und Bild in der Romantik    

Die Epoche der Romantik ist ebenso von einer allmählichen Verwissenschaftlichung wie auch einer Rückkehr zur Metaphysik geprägt, und in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Frage des Medialen. Das 18. Jahrhundert war, grob skizziert, schriftskeptisch, weil die Schrift den unmittelbaren Ausdruck der Stimme und Geste in das ‚kalte’ Medium der Buchstaben verlegt, deren Geist erst verlebendigt werden muss. Die Romantik dagegen entdeckt die Schriftlichkeit als Ort der Wiederentdeckung und Refiguration eines in Schriftzeichen verborgenen Bedeutens. Von diesem Befund ausgehend, untersucht das Seminar Grundbegriffe romantischer Schrift- und Bildlichkeit wie die Hieroglyphe, die Arabeske, das Ornament und die Allegorie. Die romantische Zeichenkonzeption hat nicht zuletzt Theorien der Schrift und ihrer ‚Differenz“ im 20. Jahrhundert geprägt. Das Seminar verbindet ein Close reading kanonischer Texte der Romantik, eine Diskussion bildkünstlerischer Positionen der Epoche sowie Ansätze zum Verständnis jüngerer Theoriebildung. 

 

     Priv.-Doz. Dr. Boris Roman Gibhardt

Universität Bielefeld

Fakultät für Geschichtswissenschaft,
Philosophie und Theologie

Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld

Freie Universität Berlin

Fakultät für Philosophie und Geisteswissenschaft,

Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

Habelschwerdter Allee 45, 15195 Berlin

mail@boris-roman-gibhardt.de